Tätigkeitsbericht 2023

Marktverhältnisse

Hintergrund

Die Weltwirtschaft kehrte nach den Auswirkungen der Pandemie allmählich zu ihrem Gleichgewicht zurück. Die wirtschaftlichen, monetären und steuerlichen Umwälzungen hatten schliesslich die höchste Inflation seit Jahrzehnten zur Folge gehabt.

Nachdem die meisten Zentralbanken gezwungen waren, die Zinsen ab 2022 aggressiv anzuheben, um die rasende Inflation einzudämmen, stellten die Anleger fest, dass die Straffung der Geldpolitik ab 2023 erste Früchte trug. Die höheren Zinssätze verteuerten die Kredite für Verbraucher und Unternehmen, was zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und einem Rückgang der Rentabilität führte. Die Inflation liess stark nach, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, während die befürchtete Rezession ausblieb.

In der ersten Jahreshälfte gab die Aufhebung der Restriktionen in China der Weltwirtschaft kurzzeitig Auftrieb. Das Vertrauen der Anleger wurde dann durch Anzeichen von Schwäche im chinesischen Immobiliensektor und im Sektor der US-Regionalbanken gedämpft. Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank, der Silvergate Bank und der Signature Bank löste eine Bankenkrise in den USA aus und läutete das Ende der Credit Suisse ein. Diese Ereignisse, die ein koordiniertes Eingreifen der Regierungen und des Privatsektors erforderten, führten zu erheblichen Verwerfungen auf den Finanzmärkten, hatten jedoch nur kurzfristige Auswirkungen.

In Europa belasteten die hohe Inflation, die restriktiveren Finanzierungsbedingungen und die schwache Auslandsnachfrage das Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher. Darüber hinaus war der Rückgang der verarbeitenden Industrie in Deutschland besonders ausgeprägt, während sich die Binnenwirtschaft in anderen Ländern wie Frankreich oder Spanien besser behaupten konnte.

In der zweiten Jahreshälfte brach der Nahostkonflikt zu einem Zeitpunkt aus, an dem die Volkswirtschaften der Industrie- und Schwellenländer verwundbar schienen. Die Reaktionen der Finanzmärkte führten jedoch nur zu leichten Kursschwankungen bei defensiven Anlagen wie Gold.

«In der zweiten Jahreshälfte brach der Nahostkonflikt zu einem Zeitpunkt aus, an dem die Volkswirtschaften der Industrie- und Schwellenländer verwundbar schienen.»

Im Zeitraum bis 2024 blieb das Wachstum langsam und ungleichmässig mit deutlichen globalen Divergenzen. Die USA haben sich als gut widerstandsfähig erwiesen, was vor allem auf Wohlstandseffekte und Vollbeschäftigung zurückzuführen ist, die die Konsumausgaben angekurbelt haben. Es gibt jedoch erste Anzeichen für eine Verschlechterung der Kreditvergabe und des Konsums.

Entwicklung der Finanzmärkte

Insgesamt trotzte die gute Performance der Aktienmärkte im Jahr 2023 den Prognosen. Mit Ausnahme von Immobilien verzeichneten alle Anlageklassen eine positive Performance.

Der Anleihenmarkt erlebte ein unbeständiges Jahr. Die Zinssätze flankierten die Straffungspolitik der Zentralbanken und ihre Ankündigungen. Nach einer deutlichen Wende in den letzten beiden Monaten fielen die Zinsen der meisten 10-jährigen Staatsanleihen unter ihr Niveau zu Jahresbeginn. Die Renditen von Anleihen in Lokalwährungen sind daher für das Jahr 2023 positiv. Die Kreditmärkte waren ebenfalls positiv, da sich die Kreditspreads bei hochwertigen Unternehmensanleihen verengten, was bei den Hochzinsanleihen noch ausgeprägter war.

Insgesamt verlief das Jahr 2023 für die Aktienmärkte positiv. Die Sorgen der Anleger über die Auswirkungen steigender Zinsen auf die Unternehmensgewinne, ein langsameres Wirtschaftswachstum und eine hohe Inflation haben nachgelassen. Die Begeisterung der Anleger für künstliche Intelligenz trieb die Kurse von Unternehmen aus dem Technologiesektor auf historische Höchststände. Der Nasdaq Composite verzeichnete eine seiner besten Jahresergebnisse seit 2009. Das Gleiche gilt für bestimmte Wachstumswerte.

Die Performance der Immobilienmärkte hing von den Anlagearten ab. In der Schweiz entwickelten sich die nicht kotierten Immobilienfonds relativ schwach, während die Aktien und die kotierten Fonds besser abschnitten. Die Anleger hielten sich mit der Erhöhung ihrer Allokationen zurück und die Kapitalerhöhungen waren sehr gering. Im europäischen Raum waren die Renditen gemischt. Bei den börsennotierten Fonds konnte ein Teil der hohen Verluste des Vorjahres wieder wettgemacht werden. Umgekehrt war die Performance der nicht kotierten Fonds im 2022 noch positiv, im 2023 erfolgte jedoch die Korrektur. In den USA war der Trend ähnlich, doch konnten einige der gehaltenen Fonds in diesem Jahr eine positive Rendite erzielen. In Asien lagen die Renditen der Fonds in lokaler Währung im Jahr 2023 nahe bei null. 

Auf dem Devisenmarkt setzt der Schweizer Franken seinen Aufwärtstrend von 2022 fort und war 2023 die Währung mit der besten Performance im G10-Universum. Besonders auffällig war der Einbruch des Yen gegenüber dem Schweizer Franken, was auf die ausbleibende Änderung der Geldpolitik durch die japanische Zentralbank zurückzuführen ist. Der US-Dollar war ebenfalls rückläufig. Grund dafür waren hauptsächlich die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung des Zinsgefälles zwischen den USA und der Schweiz. Der Euro verlor im Berichtszeitraum gegenüber dem Schweizer Franken weiter an Wert.

Gold hat sich mit einer Performance von 3.1 % in Schweizer Franken in einem von hohen Zinsen geprägten Umfeld entgegen den Erwartungen behauptet.

 


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