Die Anleger gingen mit der Hoffnung auf eine weiche Landung der Wirtschaft in das Jahr 2024. Die wahrscheinlichsten Szenarien sagten eine Verlangsamung der Inflation, eine Senkung der Zinsen durch die Zentralbanken der Industrieländer ab März und eine mögliche Rezession voraus. Eine Rezession wurde nicht nur vermieden, sondern das Wirtschaftswachstum erwies sich als stärker als erwartet.
Im Jahr 2024 war das globale Wachstum robust und wurde von der Expansion mehrerer grosser Volkswirtschaften, insbesondere der USA, getragen. Nach Schätzungen der OECD dürfte das globale BIP-Wachstum bei rund 3.2 % liegen, unterstützt durch eine geringere Inflation und eine expansivere Geldpolitik. Die Inflation verlangsamte sich weiter, obwohl der Druck weiterhin anhielt,insbesondere im Dienstleistungssektor. Der private Verbrauch profitierte von steigenden Reallöhnen, auch wenn die Kaufkraft in vielen Ländern unter dem Niveau vor der Pandemie blieb. Auch der Welthandel zeigte eine schnellere Erholung als erwartet.
Das erste Halbjahr war von positiven Wirtschaftsdaten sowie dem Beginn eines neuen, von der SNB eingeleiteten Zinssenkungszyklus geprägt, gefolgt von der Fed und schliesslich der EZB, als Reaktion auf eine unerwartet niedrige Inflation. Dieser Zeitraum war auch von einer sehr positiven Performance der Technologiewerte geprägt, insbesondere der Unternehmen, die als am wahrscheinlichsten vom Aufschwung der künstlichen Intelligenz profitieren werden. Auf politischer Ebene sorgten die vorgezogenen Wahlen in Frankreich für ein Gefühl der Unsicherheit am Markt, ohne jedoch die Rendite der Indizes zu beeinträchtigen.
Das unerwartet starke Wachstum in den USA stützte die Märkte in der zweiten Jahreshälfte und kontrastierte mit der schwachen Industrietätigkeit in Europa. China, das sich nach dem Platzen seiner Immobilienblase immer noch in der Anpassungsphase befindet, verzeichnete trotz der von den chinesischen Behörden eingeleiteten Massnahmen ein geringeres Wachstum als erwartet. Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten war ein wichtiges Ereignis zum Jahresende und trug zum Anstieg der Finanzmärkte bei. In der Schweiz erholte sich das Wachstum trotz niedriger Inflation weiterhin allmählich, wodurch nun Deflationsrisiken entstehen.
Die Aktienmärkte erzielten eine Outperformance, die von Technologiewerten, insbesondere solchen, die mit künstlicher Intelligenz zu tun haben, unterstützt wurde. Die Performance der Large Caps im Technologiesektor war unterschiedlich, doch die Vorzeigeunternehmen wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla Motors glänzten weiterhin. Dieser Enthusiasmus spiegelte sich in der soliden Performance der wichtigsten globalen Indizes wider, wobei die USA im Vergleich zu anderen Regionen der Welt eine deutliche Outperformance erzielten, was ein allgemein gestiegenes Vertrauen in die Aktienmärkte bestätigte.
Nach zwei schwierigen Jahren konnte der Anleihenmarkt von den geldpolitischen Veränderungen profitieren. Trotz eines spannungsgeladenen Jahresbeginns, insbesondere bei 10-jährigen US-Treasuries, die im April 4.7 % erreichten, stabilisierte sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte. So verzeichneten US-Staatsanleihen in lokaler Währung einen positiven Anstieg. Besonders hervorzuheben sind Hochzinsanleihen, die beeindruckende Renditen erzielten und deutlich über den Investment-Grade-Unternehmensanleihen lagen, die das Jahr ebenfalls mit positiven Ergebnissen abschlossen.
Der Immobiliensektor zeigte 2024 Anzeichen einer Stabilisierung, getragen von der Aussicht auf sinkende Finanzierungskosten, auch wenn diese immer noch deutlich über dem Niveau von 2022 lagen. Die regionalen Unterschiede waren beträchtlich. In der Schweiz erlebten börsennotierte Immobilienfonds und Immobilienaktien 2024 einen deutlichen Aufschwung. Bei den nicht börsennotierten Immobilien verzeichnete Europa im zweiten Quartal 2024 endlich wieder ein positives Quartalsergebnis, das erste seit dem dritten Quartal 2022. Auch Asien zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung, während die Performance in den USA durchwachsener ausfiel.
Am Devisenmarkt verlor der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar an Boden, nachdem die SNB im März, Juni und September mehrere Leitzinssenkungen angekündigt hatte. In der Folge gab der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar um mehr als 5 % nach. Der Euro litt unter den schwachen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, insbesondere dem geringen Wachstum, der niedrigen Inflation, den politischen Problemen in Frankreich und Deutschland sowie der Aussicht auf eine erhebliche Erhöhung der US-Zölle auf europäische Waren.
Gold erlebte ein aussergewöhnliches Jahr, angetrieben von einer erhöhten Nachfrage der Zentralbanken, insbesondere in den Schwellenländern, und dem wachsenden Interesse von Privatanlegern. Diese Dynamiken trieben das Edelmetall auf Rekordhöhen und stärkten seine Rolle als sicherer Hafen.
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