compenswiss erzielte im Jahr 2024 ein erfreuliches Anlageresultat von 7.33 %, gegenüber 4.98 % im Vorjahr. Trotz der positiven Ergebnisse der beiden letzten Jahre konnte die negative Performance von –12.85 % im 2022 nicht vollständig ausgeglichen werden. Das kumulierte Anlageergebnis der letzten drei Jahre liegt somit bei –1.80 %.
Das Jahr 2024 war geprägt vom anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie der drohenden Ausweitung militärischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Von diesen geopolitischen Spannungen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten zeigten sich die globalen Finanzmärkte jedoch wenig beeindruckt. Im Jahr 2024 zeichnete sich ein robustes globales Wachstum ab. Das Börsenjahr erwies sich als sehr positiv, was unter anderem auf die Geldpolitik der Notenbanken zurückzuführen war. Als Reaktion auf die unerwartet niedrige Inflation leiteten diese einen neuen Zinssenkungszyklus ein. Die Aktienmärkte legten über das gesamte Jahr zu. So stieg beispielsweise der Schweizer Aktienindex SPI im Berichtsjahr um über 6 % und der amerikanische S&P500 sogar um 23 %. Auch die Nachfrage nach Gold wuchs und der Goldpreis in Schweizer Franken stieg um nahezu 37 %. Der Wechselkurs des Schweizer Frankens gegenüber dem US-Dollar sank um über 7 %.
POSITIVES ANLAGEERGEBNIS
Von den positiven Finanzmärkten im Berichtsjahr konnte auch compenswiss profitieren, lagen doch am Jahresende fast alle Anlageklassen deutlich im Plus. Die auf dem Anlagevermögen erzielte Nettorendite betrug Ende 2024 7.33 %, die auf den flüssigen Mitteln erzielte Nettorendite 1.55 %. Die Nettorenditen der einzelnen Sozialversicherungen beliefen sich für die AHV auf 7.21 %, für die IV auf 7.13 % und für die EO auf 7.13 %. Die Ergebnisse der drei Fonds weichen leicht voneinander ab, was auf die unterschiedlichen Bestände an flüssigen Mitteln der einzelnen Sozialversicherungen zurückzuführen ist.
Die Schuld der IV gegenüber der AHV blieb unverändert bei CHF 10.3 Milliarden. Die Prognosen über die finanziellen Aussichten der IV haben sich im Berichtsjahr verschlechtert und ihre Auswirkungen auf den IV-Fonds werden mit grosser Besorgnis beobachtet.
Das von compenswiss verwaltete Gesamtvermögen, einschliesslich Sachanlagen, ist um CHF 5.51 Milliarden auf CHF 46.13 Milliarden gestiegen (Vorjahr: CHF 40.62 Milliarden), wobei rund die Hälfte des Vermögens intern bewirtschaftet wird. Dieser Anstieg setzt sich aus dem Anlageergebnis von 7.33 % oder CHF 2.89 Milliarden und dem positiven Umlageergebnis von CHF 2.62 Milliarden zusammen. Letzteres ergibt sich zu einem grossen Teil aus den ersten Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2024, mit welcher der Normalsatz nach der Annahme der Reform AHV 21 von 7.7 % auf 8.1 % angehoben wurde.
Die Rentenzahlung war im Jahr 2024 wie immer jederzeit gesichert.
VON DER COMPENSWISS VERWALTETES GESAMTVERMÖGEN
Die im März 2024 zur Abstimmung vorgelegte Volksinitiative «Für ein besseres Leben im Alter» (Initiative für eine 13. AHV-Rente) wurde vom Schweizer Volk und von den Ständen angenommen. Die Initiative «Für eine sichere und nachhaltige Altersvorsorge» (Renteninitiative) zur Erhöhung des Rentenalters von Männern und Frauen auf 66 Jahre wurde hingegen abgelehnt.
Zur Umsetzung des Volkswillens haben der Bundesrat und das Parlament beschlossen, dass die 13. AHV-Rente ab 2026 einmal jährlich im Dezember ausbezahlt werden soll. Parallel dazu soll auch die langfristige Finanzierung der AHV sichergestellt werden. Um den AHV-Ausgleichsfonds bis 2030 im Gleichgewicht zu halten und der finanziellen Lage des Bundes Rechnung zu tragen, werden derzeit verschiedene Massnahmen geprüft. Vieles hängt davon ab, wie und wann die Finanzierung umgesetzt wird. Erfolgt sie später als 2026, wird die AHV gemäss den Finanzperspektiven des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) ab dem Einführungsjahr ein negatives Umlageergebnis aufweisen. Der AHV-Fonds müsste somit die Mehrkosten von CHF 4 bis 5 Milliarden pro Jahr selbst tragen.
«Um den AHV-Ausgleichsfonds bis 2030 im Gleichgewicht zu halten und der finanziellen Lage des Bundes Rechnung zu tragen, werden derzeit verschiedene Massnahmen geprüft.»
compenswiss setzte sich auch im Berichtsjahr für eine verantwortungsbewusste Anlagepolitik ein. Sie verfolgte das Ziel, Nachhaltigkeitsaspekte schrittweise unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, d. h. Liquidität, Sicherheit und marktkonformer Ertrag, und der sich daraus ergebenden Einschränkungen zu integrieren. Als Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hat die Anstalt auch 2024 ihre Massnahmen zur Förderung nachhaltiger Anlagen in den folgenden vier Bereichen weiterentwickelt: ESG-Integration, Stimmrechtsausübung, Aktionärsdialog und Ausschlüsse.
Der Verwaltungsrat traf sich zu vier ordentlichen Sitzungen, einer ausserordentlichen Sitzung und einem Workshop. Im Berichtsjahr legte er die jährliche Vermögensallokation fest. Er beschäftigte sich auch mit Fragen rund um die 13. AHV-Rente und um die verschlechterten IV-Finanzperspektiven. Weitere Schwerpunkte lagen auf dem strategischen Führungssystem und auf der Überwachung der Umsetzung der strategischen Projekte der Anstalt.
Der jährliche Workshop des Verwaltungsrats im Mai war den Auswirkungen der 13. AHV-Rente auf die Anlagestrategie und das strategische Führungssystem gewidmet.
Im Jahr 2024 traf sich der Anlageausschuss zu vier ordentlichen Sitzungen und zu einer Zusatzsitzung. Wie jedes Jahr befasste sich der Ausschuss mit der jährlichen Vermögensallokation und legte deren detaillierte Allokation für 2025 fest. Daneben beschäftigte er sich mit den Auswirkungen der 13. AHV-Rente und den möglichen Folgen der verschlechterten IV-Finanzperspektiven auf die Anlagestrategie.
Der Prüfungs- und Personalausschuss beschäftigte sich im Jahr 2024 anlässlich von vier ordentlichen Sitzungen auftragsgemäss mit den Berichten und mit Themen zur externen und internen Revision. Regulatorische Aspekte, Personalfragen und Themen rund um die Kommunikation bildeten weitere Schwerpunkte seiner Tätigkeit.
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Photo: Patric Pop
Verwaltungsrat
Von links nach rechts: Bruno Parnisari, Gabriela Medici, Ruth Meier, Manuel Leuthold, Adrian Wüthrich, Michaela Troyanov, Elisabeth Bourqui,
Hans-Ulrich Bigler, Cristina Maderni, Philippe Augsburger
Abwesend: Verena Bernhard, Urs Eggenberger, Roland A. Müller
compenswiss arbeitet per Ende 2024 mit einem Personalbestand von 62 Personen bzw. 57 Vollzeitäquivalenten (2023: 63 Personen bzw. 59 Vollzeitäquivalente).
Der Anteil der Betriebskosten am Vermögen bleibt mit 0.11 % gering (2023: 0.11 %). Unter Berücksichtigung der im Anlageergebnis enthaltenen Kosten (Stempelsteuer, Verwaltungskosten externer Fonds, Performance Fee) beträgt dieses Verhältnis 0.18 % für das Jahr 2024 (2023: 0.19 %). Das Jahresbudget konnte auch im Berichtsjahr eingehalten werden.
Im Berichtsjahr wurden in der Geschäftsstelle wichtige Projekte und technologische Veränderungen umgesetzt. Der Übergang zur neuen globalen Depotbank verlief reibungslos und konnte Ende Juli 2024 abgeschlossen werden. Die erzielten Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend und stellen für compenswiss einen bedeutenden Fortschritt dar. Der Wechsel führte auch zu jährlichen Einsparungen von rund einer halben Million Schweizer Franken zugunsten der Versicherten. Der neue Partner wird die Anstalt dank seiner Erfahrung, seiner technischen Fähigkeiten und seiner finanziellen Solidität auch bei zukünftigen Entwicklungen wesentlich unterstützen können.
Der Wechsel zur neuen globalen Depotbank und die eingeleiteten Arbeiten zum neuen Portfolio Management System tragen zur Vereinheitlichung der Abläufe und Reduzierung der Komplexität bei. Die gleichzeitige Migration auf MS365 und die Neustrukturierung des Informationsmanagements ermöglichen eine Anpassung an die Anforderungen der guten Governance. Bei der Umsetzung dieser strategischen Projekte wurde besonderer Wert auf Effizienz und Resilienz gelegt.
«Der Wechsel zur neuen globalen Depotbank und die eingeleiteten Arbeiten zum neuen Portfolio Management System tragen zur Vereinheitlichung der Abläufe und Reduzierung der Komplexität bei.»
Im Hinblick auf die erstmalige Auszahlung der 13. AHV-Rente im Dezember 2026, deren Zusatzfinanzierung zurzeit vom Parlament noch nicht beschlossen wurde, beschäftigte sich die Geschäftsleitung mit den potenziellen Auswirkungen dieser neuen Rente auf den AHV-Fonds und erarbeitete entsprechende Anlageszenarien. Sie befasste sich auch mit den vom BSV berechneten Finanzperspektiven der IV, die sich aufgrund eines Anstiegs der Neurenten sowie geringerer Abgangsquoten für die kommenden Jahre stark verschlechtert haben. Aufgrund des Inkrafttretens der Verordnung über die Rechnungslegung per 1. Januar 2025 bereitete die Geschäftsleitung zudem die Einführung der neuen Rechnungslegungsstandards (IPSAS) vor.
Im Laufe des Jahres wurde erneut in der Geschäftsstelle eine Sensibilisierungskampagne mit einer Reihe von interaktiven Schulungsmodulen zur Informationssicherheit durchgeführt. Darüber hinaus fanden drei Konferenzen mit externen Referenten zum Thema «Integrität und Ethik im Finanzbereich» statt, mit dem Ziel, die interne Kultur und die Werte der compenswiss zu fördern. Im Herbst nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem an einer Konferenz zum Thema «künstliche Intelligenz» teil.
ANTEIL DER BETRIEBSKOSTEN AM VERMÖGEN
Die Diskussionen rund um die Wahl der neuen globalen Depotbank, das immer wieder aufkommende Thema ESG und Fragen zur Einführung der 13. AHV-Rente weckten ein reges öffentliches Interesse an compenswiss. Anfragen von Medienschaffenden, der Politik und der breiten Öffentlichkeit erforderten eine umfassende und transparente Kommunikation. compenswiss ist stets bestrebt, fundierte und sachliche Auskunft über ihre Tätigkeiten bei der Verwaltung der ihr anvertrauten Vermögen zu erteilen.
Frau Ruth Meier, seit 2020 Mitglied des Verwaltungsrats, wurde für die Amtsperiode 2024 bis 2027 vom Bundesrat neu zur Vizepräsidentin des Verwaltungsrats und vom Verwaltungsrat zur Vorsitzenden des Prüfungs- und Personalausschusses gewählt. Herr Philippe Augsburger, seit 2023 Mitglied des Verwaltungsrats, übernimmt neu den Vorsitz des Anlageausschusses. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen beiden viel Freude und Erfolg in ihren neuen Funktionen.
Nach 17-jähriger Amtszeit tritt Herr Urs Eggenberger als Vertreter des Eidgenössischen Finanzdepartements per 31. Dezember 2024 aus dem Verwaltungsrat und dem Anlageausschuss zurück. Wir möchten uns an dieser Stelle bei Herrn Eggenberger für sein langjähriges und wertvolles Engagement bedanken und ihm für die Zukunft alles Gute wünschen.
Wir danken den Mitgliedern des Verwaltungsrats und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement im vergangenen Geschäftsjahr.
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Photo: Patric Pop
Geschäftsleitung
Von links nach rechts: Francesca Azzi Price, Marc Pfenninger, Gaëlle Barlet, Vivien Ravel, Eric Breval, Frank Juliano
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