Das wirtschaftliche Umfeld und die Entwicklungen auf den Finanzmärkten waren weitgehend von der massiven geld- und finanzpolitischen Unterstützung nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie geprägt. Die gemeinsamen und beispiellosen Massnahmen der Zentralbanken und Regierungen auf der ganzen Welt haben einen kräftigen Aufschwung der Wirtschaftstätigkeit im Laufe des Jahres 2021 begünstigt. Es entstand ein positiver Wirtschaftskreislauf mit einem Anstieg des privaten Konsums, höheren Unternehmensgewinnen, einer Verbesserung des Arbeitsmarktes und folglich höheren Investitionen.
«Die gemeinsamen und beispiellosen Massnahmen der Zentralbanken und Regierungen auf der ganzen Welt haben einen kräftigen Aufschwung der Wirtschaftstätigkeit im Laufe des Jahres 2021 begünstigt.»
Die starke Erholung des globalen Wachstums erreichte zur Jahresmitte ihren Höhepunkt, wobei es nach wie vor zu Abweichungen zwischen den wichtigsten Volkswirtschaften kam. Denn während der Wachstumsaufschwung in China im vierten Quartal 2020 seinen Höchststand erreichte, war dies in den USA im zweiten Quartal dieses Jahres der Fall, gefolgt von Europa im Sommer. Das Jahr 2021 war auch durch einen Wechsel des wirtschaftspolitischen Regimes in China gekennzeichnet.
Nach einer Politik des starken Wachstums zeigten die chinesischen Behörden ihren Willen, dem Wachstum eine qualitativere Dimension zu verleihen. Dies äusserte sich vor allem in neuen Regulierungen für zahlreiche Sektoren. Darüber hinaus haben die Sorgen um den Immobiliensektor zugenommen. So schürte das Ausfallrisiko des Bauträgers Evergrande die Befürchtung, dass ein Zusammenbruch des Sektors weltweite Auswirkungen haben könnte.
Berichte über die Stärke der wirtschaftlichen Erholung gingen Hand in Hand mit der Überzeugung, dass die Inflation steigen würde, welche bereits durch einen Mangel an Arbeitskräften und Rohstoffen sowie durch Unterbrechungen in der Lieferkette angekurbelt worden war. Der Konsumentenpreisanstieg näherte sich dem höchsten Stand seit 30 Jahren.
«Mangel an Arbeitskräften und Rohstoffen sowie Unterbrechungen in der Lieferkette führten zu einem Anstieg der Inflation.»
Steigende Energiepreise trugen ebenfalls zum Preisdruck bei, da Rohölpreise in diesem Jahr um mehr als 50 % gestiegen waren.
Rohölpreisentwicklung in 2021
Im dritten Quartal räumte die US-Notenbank (Fed) auf ihrer Pressekonferenz im September die Gefahr ein, dass die Inflation länger als erwartet auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau verharren könnte.
Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Märkte für Staatsanleihen insgesamt negativ. Die steigenden Inflationsraten schürten die Erwartung einer Normalisierung der Geldpolitik und damit steigender Zinssätze. Die Unsicherheiten in Bezug auf das chinesische Wachstum in Verbindung mit dem Wiederaufflammen der Gesundheitsproblematik drückten die Zinsen zum Jahresende jedoch erneut nach unten. Hervorzuheben ist allerdings die gute Performance inflationsgebundener Anleihen, die von den Überraschungen einer steigenden Inflation und sinkenden Realzinsen profitierten.
Die Renditen der Kreditstrategien waren uneinheitlich, mit einer positiven Performance von Hochzinsanleihen auf der einen Seite und einer negativen Performance von Investment-Grade-Unternehmensanleihen auf der anderen. Schwellenländeranleihen verloren 2021 das zweite Jahr in Folge und wurden vor allem durch die Entwicklungen auf dem chinesischen Immobilienmarkt beeinträchtigt.
Getragen von ermutigenden Wachstumsaussichten und einer weiterhin entgegenkommenden Geldpolitik erholten sich die Aktienmärkte im Laufe des Jahres 2021 kräftig. Zum Jahresende hin korrigierten sie jedoch wieder nach unten. Die grossen Gewinner waren geografisch gesehen die USA mit einem starken Gewinnwachstum und einer beispiellosen Geld- und Fiskalpolitik, gefolgt von Europa.
«Die grossen Gewinner waren geografisch gesehen die USA, (...) gefolgt von Europa»
Im Gegensatz dazu beendeten Schwellenländeraktien das Jahr im negativen Bereich, da sich das chinesische Wachstum verlangsamte. In diesem Umfeld der wirtschaftlichen Erholung waren es die Wachstumswerte, die sich am stärksten entwickelten.
Immobilieninvestitionen legten stark zu und waren die Anlageklasse, die sich im Laufe des Jahres am deutlichsten entwickelte. Der Wert der Immobilien stieg, die Nachfrage der Käufer sprang an, und das vor dem Hintergrund historisch niedriger Zinsen.
«Immobilieninvestitionen legten stark zu und waren die Anlageklasse, die sich im Laufe des Jahres am deutlichsten entwickelte.»
Obwohl wir in einem Umfeld anhaltender Inflation mit einem Anstieg des Goldpreises hätten rechnen können, gelang es diesem nicht, seine Höchststände vom August 2020 zu übertreffen. Er beendet das Jahr leicht im Plus, getragen von den sehr niedrigen Realzinsen in den USA.
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