Aktivitätenbericht 2021

Bericht des Verwaltungsratspräsidenten und des Direktors

Bericht des Verwaltungsratspräsidenten und des Direktors

Das Jahr 2021 war einerseits von einem kräftigen Wirtschaftswachstum mit steigenden Börsenkursen und andererseits von der anhaltenden Pandemie geprägt. Vor diesem Hintergrund ist es compenswiss (Ausgleichsfonds AHV/IV/EO) gelungen, nach Absicherungen eine Nettorendite von 5.28 % auf den Anlagen (Marktportfolio nach Absicherung – Vorjahr: 5.22 %) zu erzielen.

5.28 %

Nettorendite auf den Anlagen

Das Gesamtvermögen ist um rund 6 % auf CHF 40.9 Milliarden gestiegen, wovon 55 % intern verwaltet werden.

6 %

Anstieg des Vermögens

Die Nettorendite pro Sozialversicherung betrug 4.94 % für die AHV, 4.10 % für die IV und 5.05 % für die EO. Die Differenz zwischen der Nettorendite auf den Anlagen und jener der drei Ausgleichsfonds erklärt sich durch die von jedem Fonds gehaltenen flüssigen Mittel, die die Performance verwässern. Dieses Phänomen war besonders ausgeprägt bei der IV, für die 2021 eine zusätzliche Liquiditätsreserve geschaffen wurde, um höhere Abflüsse für Renten sowie gestiegene Kosten für individuelle Massnahmen zu kompensieren. Die Schulden der IV gegenüber der AHV von etwas mehr als CHF 10 Milliarden konnten erneut nicht abgebaut werden.

Obwohl die flüssigen Mittel am Ende des Berichtsjahres auf CHF 2.2 Milliarden (Vorjahr: CHF 3.5 Milliarden) zurückgingen, war die Fähigkeit, die Renten zu bezahlen, stets gesichert. Auf diesen flüssigen Mitteln wurde eine leicht negative Rendite erzielt, doch im Gegensatz zum Vorjahr musste nicht auf den Verkauf von Anlagewerten zurückgegriffen werden.

Kräftiger Wirtschaftsaufschwung

Diese insgesamt positiven Ergebnisse wurden vor dem Hintergrund eines starken nationalen und internationalen Wirtschaftsaufschwungs als Reaktion auf den Rückgang der Pandemie erzielt. Sorgen bereitet allerdings die sich in den USA sowie in der EU beschleunigende Inflation. Dazu kommen noch ein ausgeprägter Anstieg der Rohstoffpreise und sich häufende Lieferengpässe bei verschiedenen wichtigen Rohmaterialien. Die Gefahr einer globalen Rezession ist damit gestiegen.

«Ein starker Franken und Negativzinsen.»

Die Situation in der Schweiz ist mit einem starken Franken und negativen Zinssätzen unverändert geblieben.

Gleichzeitig nimmt der Einfluss der Staaten auf die Weltwirtschaft zu, sowohl unter dem Aspekt der Staatsausgaben – die Pandemie hat zu einem enormen Anstieg der weltweiten Staatsverschuldung geführt – als auch unter dem Aspekt der Regulierung und Besteuerung. Die Zentralbanken halten die Zinssätze weiterhin niedrig, wodurch das Risiko einer Blase im Immobiliensektor steigt.

Die globale Wachstumslokomotive China sah sich aufgrund des Wiederaufflammens der COVID-19-Pandemie erneut mit erhöhten Unsicherheiten konfrontiert. Dies wirkte sich insbesondere auf die Zinssätze für Regierungsanleihen aus, die zum Jahresende nach unten gedrückt wurden.

AHV-Revision 

Infolge der Volksabstimmung vom Mai 2019 über die STAF-Vorlage werden der AHV ab 2020 jährlich rund CHF 2 Milliarden an Zusatzfinanzierung zugesprochen. Es muss festgehalten werden, dass die Finanzierung der AHV und der IV trotz dieser Massnahmen und der guten Anlageergebnisse mittelfristig nicht gesichert ist. Unter anderem auch aufgrund der demografischen Entwicklung, wird die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben von Jahr zu Jahr grösser.

Verantwortungsbewusste Vermögensanlagen

Auch im Berichtsjahr legte compenswiss grossen Wert auf die Weiterentwicklung der Vermögensanlagen im Zeichen von Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG). compenswiss ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Dabei verfolgt compenswiss einen nachhaltigen Vier-Punkte-Ansatz: ESG-Integration, Ausübung der Stimmrechte, Aktionärsdialog und normative Ausschlüsse.

«Ein vom Verwaltungsrat genehmigtes Konzept zur Nachhaltigkeitsmessung des Marktportfolios.»

Im Mai 2021 verabschiedete der Verwaltungsrat ein Konzept für die Nachhaltigkeitsmessung des eigenen Marktportfolios nach den Kriterien der ESG-Performance, des Klimawandels und der nachhaltigen Wirkung. Unternehmen, die im Bergbau und in der Stromerzeugung tätig sind und mehr als 50 % ihres Umsatzes mit Kohle erwirtschaften, wurden 2021 aus dem Anlageuniversum der compenswiss ausgeschlossen. Der Schwellenwert wurde im Mai 2021 gar auf 30 % gesenkt. Das führte konkret zum Ausschluss von 56 Unternehmen beziehungsweise zu Desinvestitionen von CHF 50 Millionen.

Neuer Anlageprozess 

Der Verwaltungsrat hat an einem Workshop im Mai den neuen Anlageprozess verabschiedet. Dieser neue Prozess soll die Transparenz erhöhen und ein detailliertes Verständnis seiner einzelnen Bestandteile ermöglichen. Die entwickelte Lösung umfasst zahlreiche technische Aspekte, die zum Ziel haben, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Vermögen der Sozialversicherungen gerecht zu werden. Dieser Prozess, der im Wesentlichen für 2022 geplant ist, besteht aus sieben Phasen, in denen die Geschäftsleitung die Allokation schrittweise durch Vorschläge an den Verwaltungsrat aufbaut und mit Hilfe interaktiver Tools verarbeitet. Eine neue Form der Berichterstattung an den Verwaltungsrat wurde dazu eingeführt. 

 

Photo: Patric Pop

Verwaltungsrat

Von links nach rechts: Bruno Parnisari, Gabriela Lenherr, Karl Stefan Mäder, Beat Schwaller, Sandra Gisin, Ruth Meier, Manuel Leuthold, Roland Müller, Michaela Troyanov, Bénédicte Montant, Daniel Lampart. Abwesend: Henrique Schneider, Urs Eggenberger

Mutationen und Dank 

Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen in der Zusammensetzung des Verwaltungsrats.

In der Geschäftsstelle wurde Herr Marc Pfenninger, Abteilungsleiter Operations & Finance, auf den 1. Februar zum Stellvertretenden Direktor gewählt. Herr Frank Juliano, zuvor Abteilungsleiter Asset Management, übernahm per 1. Februar die Verantwortung für die Abteilung Investment Solutions. Am 1. April wurde Frau Gaëlle Barlet zur Abteilungsleiterin Asset Management ernannt und trat damit in die Geschäftsleitung ein.

57

Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im 2021

Die Organisation im Rahmen der Vermögensverwaltung wurde überarbeitet. Ab dem 1. Februar wurden alle Bereiche, die einen Teil des Vermögens direkt intern verwalten, in einer einzigen Abteilung Asset Management zusammengefasst.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blieb 2021 mit 57 Personen bzw. 54 Vollzeitäquivalenten konstant.

Wir danken dem Verwaltungsrat und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren grossen Einsatz und ihre Flexibilität im herausforderungsreichen 2021. Der stetige Wechsel zwischen Büro und Home-Office war weder einfach noch selbstverständlich, wurde aber hervorragend gemeistert.

 

Photo: Patric Pop

Geschäftsleitung

Von links nach rechts: Eric Breval, Gaëlle Barlet, Frank Juliano, Vivien Ravel, Francesca Azzi Price, Marc Pfenninger


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