Tätigkeitsbericht 2025

Bericht des Verwaltungsratspräsidenten und des Direktors

compenswiss schloss das Jahr 2025 mit einem Anlageergebnis von 6.34 % ab. Diese positive Performance wurde in einem Jahr erzielt, das von zunehmenden geo- und handelspolitischen Spannungen geprägt war.

Das Jahr 2025 war gekennzeichnet von einer Verschärfung der geo- und handelspolitischen Spannungen. Die protektionistische Zollpolitik der Vereinigten Staaten verstärkte die internationale Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund wuchs die Weltwirtschaft um rund 3 %, getragen von einer robusten Konjunktur in den USA und soliden Entwicklungen in mehreren Schwellenländern. Die Eurozone hingegen blieb deutlich zurück. Trotz anhaltender Inflationsrisiken ermöglichte der allmähliche Rückgang der Inflationsraten vielen Zentralbanken eine Lockerung der Geldpolitik durch Senkung der Leitzinsen.

In einem komplexen makroökonomischen Umfeld zeigten sich die Aktienmärkte bemerkenswert dynamisch und widerstandsfähig. Das Jahr war von einer deutlichen Erholung der Aktienmärkte geprägt, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo Technologiewerte eine treibende Kraft hinter dem Anstieg des S&P 500 waren. Auch der Schweizer SPI zeigte eine solide Performance und schloss das Jahr 2025 mit einem Plus von 17 % ab. Gold behauptete seine Rolle als sicherer Hafen und verzeichnete historische Gewinne. Am Devisenmarkt verlor der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken nahezu 13 % an Wert.

6.34 %

POSITIVES ANLAGEERGEBNIS

Nettorenditen der drei Sozialversicherungen

Die Nettorendite auf dem Anlagevermögen belief sich Ende 2025 auf 6.34 %, während die Nettorendite auf den flüssigen Mitteln 0.46 % erreichte.

Bei den Sozialversicherungen lag die Nettorendite bei 5.89 % für die AHV, 5.92 % für die IV und 6.03 % für die EO. Die Ergebnisse der drei Fonds weichen leicht voneinander ab, was auf die unterschiedlichen Liquiditätsbestände der einzelnen Sozialversicherungen zurückzuführen ist.

Das von compenswiss verwaltete Gesamtvermögen, einschliesslich Sachanlagen, stieg um CHF 4.63 Milliarden auf CHF 50.69 Milliarden (Vorjahr: CHF 46.06 Milliarden). Dieser Anstieg resultiert aus der Rendite von 6.34 %, die CHF 2.72 Milliarden entspricht, sowie aus einem Nettotransfer von CHF 1.91 Milliarden zwischen der Zentralen Ausgleichsstelle und compenswiss. Rund die Hälfte des Vermögens wird intern verwaltet, die andere Hälfte von externen Vermögensverwaltern in der Schweiz und im Ausland.

Die Rentenzahlungen waren im Jahr 2025 jederzeit gesichert.

50.69 Milliarden

VON COMPENSWISS VERWALTETES GESAMTVERMÖGEN

AHV: Die Frage der Finanzierung der 13. Rente bleibt offen

Nach der Annahme der Volksinitiative zur Einführung einer 13. AHV-Rente durch das Schweizer Volk und die Kantone im März 2024 hat der Bundesrat dem Parlament einen Vorschlag zur Umsetzung und Finanzierung der 13. Rente unterbreitet. Das Parlament hat die Modalitäten für die Auszahlung genehmigt, die ab Dezember 2026 jeweils jährlich zusammen mit der Dezemberrente erfolgen soll. Die Frage der Finanzierung der 13. AHV-Rente, deren zusätzliche Kosten auf CHF 4 bis 5 Milliarden pro Jahr geschätzt werden, wird jedoch im Parlament weiterhin geprüft. Um dem ersten Auszahlungszeitpunkt der 13. AHV-Rente vorzugreifen, hat compenswiss im Verlaufe des Jahres 2025 Liquiditätsreserven in Höhe von CHF 2 Milliarden aufgebaut. Diese ermöglichen die Sicherstellung der Auszahlung Ende 2026, ohne Vermögenswerte veräussern zu müssen.

Gemäss den Finanzperspektiven des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) vom August 2025 werden die Ausgaben der AHV ab 2026 die Einnahmen übersteigen. Ohne zusätzliche Massnahmen zur Finanzierung der 13. Rente wird der AHV-Ausgleichsfonds unter die im Gesetz vorgesehene Schwelle von 100 % der jährlichen Ausgaben fallen, was die Stabilität des Fonds langfristig gefährden könnte.

«Gemäss Art. 107 Abs. 3 AHVG darf der AHV-Ausgleichsfonds in der Regel nicht unter den Betrag einer Jahresausgabe sinken.»

IV: Verschlechterung der finanziellen Lage

Die Finanzperspektiven des BSV vom August 2025 gehen von einer Verschlechterung der Lage des IV-Ausgleichsfonds aus. Der Hauptgrund dafür ist die stetig steigende Zahl neuer Renten. Hinzu kommt die Schuld der IV gegenüber der AHV in Höhe von CHF 10.3 Milliarden, für die derzeit kurzfristig keine Rückzahlung zu erwarten ist. Die Zinsbelastung für die Schuld belief sich 2025 auf CHF 216 Millionen, was dem Betrag von 2024 entspricht. In diesem Kontext plant compenswiss, im Jahr 2026 Vermögenswerte von rund CHF 35 Millionen pro Monat zu veräussern, um die für die Auszahlung der IV-Renten und -Leistungen erforderliche Liquidität sicherzustellen.

EO: bemerkenswerte Solidität

Der EO-Ausgleichsfonds befindet sich in einer soliden Finanzlage und bleibt vorläufig von den finanziellen Herausforderungen verschont, mit denen der AHV- und der IV-Fonds konfrontiert sind.

Verantwortungsvoll investieren

compenswiss verfolgt eine klare ESG-Strategie, die auf vier Pfeilern beruht: der Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess, der aktiven Ausübung der Stimmrechte für die im Portfolio gehaltenen Schweizer Aktien, einem gezielten Aktionärsdialog sowie verbindlichen Ausschlüssen. Die Portfolios werden regelmässig anhand von ESG-Indikatoren und Swiss Climate Scores bewertet, um Transparenz und Klimaverträglichkeit zu gewährleisten. Die Ausschlusslisten umfassen insbesondere Unternehmen mit kontroversen Praktiken sowie Aktivitäten im Bereich der thermischen Kohle.

Aktivitäten des Verwaltungsrats und seiner Ausschüsse

Im Jahr 2025 trat der Verwaltungsrat von compenswiss zu vier ordentlichen Sitzungen, einer ausserordentlichen Sitzung und einem Workshop zusammen. Wie jedes Jahr legte er die jährliche Vermögensallokation fest. Er befasste sich mit der Verschlechterung der Finanzperspektiven für die IV und den finanziellen Auswirkungen der Einführung der 13. AHV-Rente im Jahr 2026. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Erarbeitung und Verabschiedung der Unternehmensstrategie 2026–‍2029. Im Rahmen seines Workshops behandelte der Verwaltungsrat die Frage der Einführung einer nach Sozialversicherung differenzierten Allokation und setzte sich mit dem gesetzlich vorgesehenen Deckungsgrad der AHV und der IV sowie mit der Schuld der IV gegenüber der AHV auseinander. Schliesslich griff er rechtliche Fragestellungen hinsichtlich seiner Verantwortung im Bereich der Liquidität auf.

Der Anlageausschuss traf sich zu vier ordentlichen Sitzungen und einer Zusatzsitzung. Er befasste sich mit der jährlichen Vermögensallokation und legte die detaillierte Allokation für 2026 fest. Darüber hinaus analysierte der Ausschuss die Auswirkungen der 13. AHV-Rente auf die Liquidität. Er prüfte zudem die möglichen Auswirkungen der sich verschlechternden Finanzperspektiven der IV auf die Anlagestrategie, was zum Vorschlag einer differenzierten Allokation für die IV im Jahr 2026 führte.

Im Jahr 2025 behandelte der Prüfungs- und Personalausschuss in vier ordentlichen Sitzungen die Berichte und Themen der externen und internen Revision. Er widmete sich regulatorischen Aspekten, insbesondere der Überarbeitung des Personalreglements, sowie personalbezogenen Fragestellungen. Darüber hinaus wirkte er an der Erarbeitung der Unternehmensstrategie 2026–‍2029 mit und entwickelte ein Kommunikationskonzept, das einen Rahmen für die in diesem Bereich umgesetzten Massnahmen und Aktivitäten schafft. Schliesslich setzte er seine Bestrebungen zur Optimierung und Stärkung der Governance fort.

Foto: Patric Pop

Verwaltungsrat
Von links nach rechts: Adrian Martinez (Vertreter EFV), Bruno Parnisari (Vertreter BSV), Adrian Wüthrich, Ruth Meier, Cristina Maderni,
Philippe Augsburger, Gabriela Medici, Manuel Leuthold, Elisabeth Bourqui, Michaela Troyanov, Verena Bernhard, Hans-Ulrich Bigler

Abwesend: Roland A. Müller

Operationelles und Ressourcen 

Ende 2025 beschäftigte compenswiss 62 Mitarbeitende, was 58 Vollzeitäquivalenten entspricht (2024: 62 Personen, 57 Vollzeitäquivalente).

Der Anteil der Betriebskosten am Vermögen belief sich auf 0.09 % und blieb damit gering (2024: 0.11 %). Unter Berücksichtigung der im Anlageergebnis enthaltenen Kosten (Stempelsteuer, Verwaltungskosten externer Fonds, Performance Fees) beträgt dieses Verhältnis 0.17 % für das Jahr 2025 (2024: 0.18 %). Das Jahresbudget konnte im Berichtsjahr ebenfalls eingehalten werden.

0.09 %

ANTEIL DER BETRIEBSKOSTEN AM VERMÖGEN

Am 29. Juni 2022 hat der Bundesrat die neuen Rechnungslegungsstandards für compenswiss verabschiedet. Diese Standards entsprechen im Wesentlichen den IPSAS (International Public Sector Accounting Standards). Das Inkrafttreten dieser neuen Standards zum 1. Januar 2025 hat zu Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze geführt. Diese Änderungen haben sich auf das Kapital der Versicherungen ausgewirkt, hatten jedoch nur einen geringen Einfluss auf das verwaltete Vermögen.

Die im Jahr 2024 begonnenen Arbeiten zum neuen Portfoliomanagementsystem konnten im Herbst 2025 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Migration auf eine neue Plattform ermöglichte eine Harmonisierung der Prozesse und eine Reduktion der Komplexität. Zahlreiche Mitarbeitende waren an der Umsetzung dieses strategischen Projekts beteiligt und trugen massgeblich zum reibungslosen Ablauf dieser Migration bei.

Ein weiteres strategisches Projekt im Bereich Informationsmanagement wurde im Jahr 2025 weiterverfolgt. Dieses Projekt, das im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen wird, ermöglicht es compenswiss, sich an die Anforderungen einer guten Governance anzupassen. Die abgeschlossenen sowie die noch laufenden Projekte stärken die Effizienz und Resilienz von compenswiss und bereiten die Anstalt auf die Herausforderungen der Zukunft vor.

Im Jahr 2025 wurde innerhalb der Geschäftsstelle eine neue Sensibilisierungskampagne zur Informationssicherheit mit mehreren interaktiven Schulungsmodulen durchgeführt. Darüber hinaus wurden für alle Mitarbeitenden vier Konferenzen zum Thema «Professionalität» mit externen Referentinnen und Referenten sowie ein inspirierender Vortrag der Seglerin Justine Mettraux zum Thema «Resilienz» organisiert, um die Unternehmenskultur zu stärken und die Werte von compenswiss im Alltag zu fördern.

Die Diskussionen rund um die 13. AHV-Rente sowie die Fragen zur neuen Depotbank stiessen im Berichtsjahr weiterhin auf grosses Interesse in den Medien, der Politik und der breiten Öffentlichkeit. compenswiss beantwortete die Anfragen von Medienschaffenden, politischen Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern mit einer umfassenden und transparenten Kommunikation. Die Anstalt ist bestrebt, jederzeit fundierte, sachliche und objektive Informationen über ihre Tätigkeit im Rahmen der Verwaltung der ihr anvertrauten Vermögenswerte bereitzustellen. Zahlreiche Informationen sind zudem auf der Website www.compenswiss.ch verfügbar.

«Die abgeschlossenen sowie die noch laufenden Projekte stärken die Effizienz und Resilienz von compenswiss und bereiten die Anstalt auf die Herausforderungen der Zukunft vor.»

Mutationen und Dank

Frau Verena Bernhard, seit 2024 Mitglied des Verwaltungsrats, ist per 31. Dezember 2025 aus dem Verwaltungsrat sowie aus dem Prüfungs- und Personalausschuss ausgeschieden. Wir danken ihr herzlich für ihren wertvollen Beitrag. Herr Adrian Martínez, Vizedirektor der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), hat per 1. Januar 2025 Herrn Urs Eggenberger als Vertreter der EFV im Verwaltungsrat von compenswiss sowie im Anlageausschuss abgelöst. Wir heissen Herrn Martínez herzlich willkommen.

Wir danken den Mitgliedern des Verwaltungsrats sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz im vergangenen Geschäftsjahr.

Foto: Patric Pop

Geschäftsleitung
Von links nach rechts: Frank Juliano, Gaëlle Barlet, Eric Breval, Francesca Azzi Price, Vivien Ravel, Marc Pfenninger


You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

expand_less